Montag, 23. Dezember 2013

Meine Mutter beichtete, weil Sie Kreisky wählte

Das Interview vom neuen Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter
Meine Mutter beichtete, weil Sie Kreisky wählte
im Kurier

… sollte man gelesen haben – hier ein Auszug:

Aber meine Mutter hat in den 70er-Jahren zwei Mal Bruno Kreisky gewählt, weil er das Stipendium für Bauernkindern eingeführt hat. Sie ging natürlich beichten und der Pfarrer hat ihr als Buße jeweils zwei Mal das „Gegrüßet seist du Maria“ aufgetragen. Das war also die Strafe in den 70ern, wenn man SPÖ gewählt hat (lacht).“

Das wirft naturgemäß doch die eine oder gar die andere Frage auf:

Ich frage mich, welche Strafe mir die Kirche heute auferlegt, wenn ich dem Pfarrer meines Vertrauens beichte, was ich wähle.

Ja genau, was sagt die Kirche heute dazu? Gibt’s noch Strafen für „Falschwähler“?

Hätte Jesus Christus wirklich ÖVP gewählt? Ich hätte hinsichtlich dieser Gütergemeinschaft mit seinen Aposteln doch eher auf Kommune – sprich Kommunismus getippt.

Er hat Unmengen Fisch aus dem Nichts erschaffen und sie den Menschen gegeben. Es ist nicht überliefert, dass er dafür Geld genommen hätte und mit den Worten ergänzt: „Geht es der Fischwirtschaft gut, geht es den Menschen gut.“ Nein, davon ist nichts überliefert. Auf die Wein-Industrie will ich mich gar nicht einlassen. Auch wenn man die wundersame Fischvermehrung und Wasser-zu-Wein-Umwandlung nicht unbedingt wortwörtlich tierisch ernst nehmen sollte, die Ultrakatholiken verstehen hier keinen Spaß oder besitzen auch nur Quantensprüngchen an Phantasie, dass in der orientalischen blumigen Aussprache, vielleicht dies nur im übertragenen Sinn so gemeint sein kann. Da kann man sehr schnell sein Lehramt verlieren, wenn man leisen Verdacht bezüglich Jungfrauengeburt haucht (siehe Uta Ranke-Heinemann).

Hätte Jesus Christus ein Stipendium für Bauernkinder als Sünde erachtet?

Warum es eine Sünde ist zweimal zu heiraten und zwar dann, wenn man beides Mal kirchlich heiratet, aber nicht, wenn man das erste Mal nur standesamtlich heiratet, will mir auch nicht gänzlich einleuchten?

Auch dachte ich eher, dass Jesus Pazifist gewesen wäre, gut das eine Mal im Tempel ist ihm die Geißel etwas ausgekommen, aber seien wir ehrlich, wem ist das nicht schon mal passiert?

Aber, dass Jesus gerauft hätte, darüber stand nichts in der Bibel, und er hat – Achtung jetzt kommts: … als er gekreuzigt wurde, keine Engelsheerscharen herbeigerufen! … obwohl er dazu in der Lage gewesen wäre, ja wirklich. Das war mir auch neu, aber letzteres hat mir ein leibhaftiger Frater (Bruder) erklärt, der kurz, sehr kurz, um genau zu sein, einen Tag lang mein Religionslehrer pardon unser Religionslehrer war – daraufhin baten mich meine Klassenkameraden, ob ich vielleicht nicht doch beim Schuldirektor intervenieren könnte und wir wieder unseren guten alten weltlichen Religionslehrer bekommen könnten. Der Schuldirektor war ein gütiger Mann und wir hörten nichts mehr von heiligen Engelscharen mit feurigen Schwertern.

Dann diese elendige Begriff „Stolz“, den ich schon unzählige Male auseinander nahm, wieder zusammenschraubte und wieder zerschlug und es wurde nichts Brauchbares daraus.

Was hat es bitte mit diesen vermaledeiten „Stolz“ auf sich. Rein philosophisch, ohne Zuhilfenahme von geistlichen Einflüsterern vermag ich festzuhalten, dass „Stolz“ eben kein ehrenwertes Attribut ist, auf das man zu Recht … ähm … lassen wir das. Machen wir es kurz: „Stolz“ ist eine Todsünde. Und aus. Der Vorteil an religiösen Dogmen ist, dass man sich die Finger nicht wund schreiben braucht, um es zu belegen. Es steht geschrieben. Und aus. Quod scripsi, scripsi. Rom hat gesprochen. Roma locuta, causa finita.

Aus mit der Maus.




Sonntag, 8. Dezember 2013

Sprachmelodie der FPÖ

Ich kann mir nicht helfen, selbst deren Melodie in ihren Aussagen erweckt in mir ungute Assoziationen.


"Wir stehen hinter, vor und neben dir auf dem Weg zum ersten freiheitlichen Bundeskanzler"

Generalsekretär Harald Vilimsky, 07.12.2013, FPÖ-Parteitag in Graz




„Vor uns liegt Deutschland, in uns marschiert Deutschland und hinter uns kommt Deutschland!"

Adolf Hitler, 1934, Reichsparteitag in Nürnberg

Samstag, 7. Dezember 2013

Wenn Menschenleben Brauchtum nachgereiht wird

"Das war kein Krampus, sondern ein Sadist"

Kommentar zu oa. Beitrag

Ich kann mich noch gut an einen alten ORF-Beitrag aus den 1970ern erinnern, in dem man dieses „Brauchtum“ vorstellte. Krampusse wurden in die Stube gelassen, die Kinder hatten Todesangst und weinten zum Gaudium der Erwachsenen.

Keine Kritik aus der Bevölkerung war zu vernehmen – weil, ja weil es ja „immer schon a so woa.“ Hätte man einen Hund derart in Panik versetzt, wäre wohl ein lauter Aufschrei in allen Medien zu vernehmen gewesen.

Ich kann mich auch noch gut daran erinnern, als der von mir sehr geschätzte Verhaltensforscher Otto König in Matrei i. O. anlässlich einer solchen Veranstaltung verletzt wurde und man das lachend und stolz weiter erzählte - als ob man auf eine Körperverletzung an einem alten Mann stolz sein könnte. 


Wenn die Gesundheit oder gar Menschenleben einem Brauchtum nachgereiht werden, dann sagt das einiges über die Akteure aus und wenn selbst nach diesem Vorfall das Brauchtum noch immer wichtiger ist, als das Überleben eines Menschen und man lautstark versucht es zu verteidigen, anstatt einfach einmal aus Pietät das Maul zu halten, dann frage ich mich ernsthaft, ob diese Menschen noch geistig zurechnungsfähig sind.

Mittwoch, 20. November 2013

TIWAG senkt Förderungen für private Photovoltaik-Anlagen



Tiwag senkt Förderungen für private Photovoltaik-Anlagen

Tiroler Tageszeitung vom 20. November 2013



Ich kann mich noch gut daran erinnern, als der Bürgermeister unserer Marktgemeinde in einer Gemeindeversammlung zum Thema Photovoltaik darauf verwies, wie wichtig und wertvoll für die Umwelt und Nachhaltigkeit die Photovoltaik ist und dass es sehr sinnvoll wäre, in eine solche Anlage zu investieren – insbesondere mit dem Hinweis der 15 Cent-Vergütung.

Heuer entschloss ich mich auf Grund der vorteilhaften Neigung meines Daches entsprechend dem propagierten Daten im Internet (Solarpotential-Studie) zu einer Installation einer solchen Anlage.

Keine sechs Monate später, senkt man so ganz nebenbei die Vergütung um sagenhafte 40% (!) mit derart verlogenen Hinweisen wie „man passe sich den Marktgegebenheiten an“ oder „wir vermeiden somit eine Überförderung von privaten Anlagen“.

Überförderung der Kleinen? – im Ernst?
Schmeckt eine Kilowattstunde von einem Privaten anders als wenn sie von einem Bauernstadel oder Firmendach kommt?
Oder will man die eigene Klientel nicht verschrecken!

Marktgegebenheiten?
Sehr schön, dann harre ich der freudigen Botschaft entgegen, dass die TIWAG den Strompreis auch um 40% senkt! – der Marktgegebenheiten wegen.

Es ist schier unglaublich mit welch einer unverschämten Dreistigkeit, einer elendigen Arroganz die Tiroler Landespolitik und die TIWAG gegen die Bevölkerung vorgeht!

Mit Anstand und Ehre hat diese Vorgangsweise nichts mehr zu tun, die Kraftausdrücke erspare ich mir!


Ein verärgerter Tiroler!

Montag, 4. November 2013

Wir könnten uns theoretisch vereinigen und jetzt ein Kind zeugen

"Wir könnten uns theoretisch vereinigen und jetzt ein Kind zeugen."


Marcus Franz, Arzt und Abgeordneter im Interview zur Profil-Autorin




Erkenntnis 1: 
Das passiert, wenn man nur als Protest wählt.

Erkenntnis 2:
Dummheit ist besonders amoralisch.



Aufforderung 1:
Überprüfung und Aktualisierung der Uni-Lehrpläne.
Punkt 1: Die Erde ist keine Scheibe.

Hoffnung 1:
Da kann man nur hoffen, dass es bei der Theorie bleibt.

Montag, 23. September 2013

Freitag, 23. August 2013

Ethik - Aberglaube - Freiheit des Willens

Manchmal ist es echt schwierig moralisch korrekte Entscheidungen zu treffen und seien sie nur gedanklicher Natur.

Dieser Film stellt mich vor ein ethisches Dilemma, vielleicht sogar Polylemma.

Aus Sicht der Filmkunst finde ich ihn einwandfrei – es sind wunderschöne, nostalgische, beinahe heimelige Bilder, obgleich ich in dieser Zeit nicht gelebt habe.

Der Humor ist zweifellos gegeben, immerhin unterstellt der vermeintliche Werbespot, einem Auto unglaubliche Weitsicht.

Und trotzdem hat man ein ungutes Bauchgefühl. Darf man das?

Denn mein Bauch ist abergläubisch – verharrt knurrend in der Steinzeit - fernab jeder Aufklärung – wie das?

Nun: Vor kurzem lief im Fernsehsender 3SAT eine Kabarettsendung mit dem deutschen Kabarettisten Jürgen Becker mit seinem Programm „Der Künstler ist anwesend“. Dort schlug der Kabarettist vor, mit einer Schere in ein Bild eines deutschen Politikers einzustechen.

Unbehagen machte sich im Publikum breit. Der Kabarettist verdeutlichte somit recht klug, wie sehr wir noch spirituell veranlagt sind. Obgleich wir aufgeklärte Menschen sind, und wissen, dass das Hineinstechen in ein Bild oder eine Voodoo-Puppe keine rationale Folgen der bedachten Person mit sich bringen würden, hat man eben das erwähnte Bauchgefühl.

Hinzu kommt noch, dass es aktuelle interessante philosophische Diskussionen über die Freiheit des Willen respektive der Vorbestimmung des Menschen gibt. Auch ernsthafte Überlegungen potentielle Straftäter per se schon zu blockieren, schwirren herum.

Zum Beispiel der Gentest hat gezeigt, dass der oitzinger zu Jähzorn neigt und schon steht in seiner Gesundheitsakte, dass es ihm untersagt ist, Schusswaffen, Feuerwerfer oder Scheren käuflich zu erwerben.


Wenn der Gentest allerdings ergibt, dass der oitzinger Bestrebungen zeigt, in Polen einmarschieren zu wollen, dann wird es für ihn klüger sein, sich von deutschen Luxusautos fernzuhalten.

Anbei der Link zu dem Film, der mich zu diesen Gedanken brachte: 

Dienstag, 30. Juli 2013

100 Jahre Haft für die Wahrheit - Freiheit für Folterknechte

100 Jahre Haft für die Wahrheit?


Seltsam ist es schon, dass jemand der Kriegsverbrechen aufdeckt, eine höhere Strafe erhält, als die Kriegsverbrecher selbst.

Rechtens kann dies nicht sein.

Während hingegen die Kriegsverbrecher und Folterknechte geradezu glimpflich davon kommen bzw. gekommen sind. Manche genießen ja mittlerweile die Freiheit.


Wikipedia: Abu-Ghuraib-Folterskandal


Ein kleiner Auszug:
  • Als Rädelsführer galt Charles Graner. Er wurde in den USA von einem Militärgericht zu zehn Jahren Haft verurteilt und nach sechseinhalb Jahren wegen guter Führung entlassen.
  • Die auf vielen Bildern posierende Lynndie England wurde zu drei Jahren Haft verurteilt und wurde nach weniger als zwei Jahren aus der Haft entlassen.
  • Colonel Thomas Pappas wurde am 13. Mai 2005 seines Kommandos enthoben. Er wurde zu einer Strafe von 8.000 US-Dollar verurteilt, weil er es zugelassen hatte, dass Hunde zu den Verhören zugelassen wurden.
  • Lieutenant Colonel Steven L. Jordan war der höchstrangige angeklagte US-Offizier in diesem Skandal.[12] Im Laufe des Verfahrens wurden alle Anklagepunkte fallengelassen.[13][14]
  • Staff Sergeant Ivan Frederick gab am 20. Oktober 2004 ein Schuldeingeständnis ab. Er wurde zu acht Jahren Haft, der unehrenhaften Entlassung aus der Armee und zur Zahlung einer Geldstrafe verurteilt.[15]
  • Sergeant Javal Davis gab am 4. Februar 2005 ein Schuldeingeständnis ab. Er wurde zu einer Haftstrafe von sechs Monaten verurteilt und degradiert.
...



Ich bin der festen Überzeugung, dass kein US-Amerikaner mit Herz und Hirn dies für gerecht halten kann.

(Artikel im Standard vom 30. Juli 2013: 

Wikileaks-Urteil: "Manning im Hauptanklagepunkt nicht schuldig"





Sonntag, 14. Juli 2013

Weiß erschießt Schwarz

Weiß erschießt Schwarz

Wie das Gerichtsurteil wohl ausgefallen wäre, wenn ein 17jähriger Jugendlicher den weißen Zimmermann erschossen hätte, der gerade vom Einkaufen nach Hause gekommen wäre?

http://derstandard.at/1373512562393/USA-Freispruch-im-Fall-Trayvon-Martin




Sonntag, 7. Juli 2013

Prügelnde Kinder - Gute Unterhaltung?

Prügelnde Kinder - Gute Unterhaltung?

Ein merkwürdiger Bildungsauftrag, den der ORF zu erfüllen glaubt - für meinen Geschmack geht es schon eher in Richtung Perversion.

Nun der ORF kann sich seine Hände in Unschuld waschen, wie einstens der Herr Pilatus, denn die FSK (Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft) hat aus mir unverständlichen Gründen Karate Kid mit der Altersfreigabe von sechs Jahren (!) freigegeben. Da wird der Geldbeutel der Filmwirtschaft wohl eher den Ausschlag gegeben haben.

Als ob ein sechsjähriges Kind Gewaltszenen mit entsprechender Reife klar und deutlich analysieren kann.

Bevor man mir jetzt entgegenhält, dass Kampfsport eigentlich gar nichts mit Gewalt zu tun hat und dieser eher Menschen diszipliniert und besänftigt, denjenigen muss ich leider entgegenhalten, dass dies eine Mär ist, die sich hartnäckig hält und die seltsamerweise in regelmäßigen Abständen von selbsternannten Psychologen, die ihr Wissen aus Illustrierten zusammengebastelt haben vorgebracht wird, jedoch den gegenwärtigen Stand der Aggressionsforschung eben nicht stand hält - ähnlich wie der Rat sich bei Gewittern unter Buchen zu stellen. Noch eher wahrscheinlich ist es, dass sich Profiteure diese Mär erdacht haben.

Als ich einmal die damalige Regierungspartei ÖVP (Team Schüssel) damit konfrontierte, weshalb ein Staat wie Österreich die mehr als gewaltbereite Kampfsportart "Freefight" in Österreich zugelassen hat, erhielt ich nachstehende Antwort (vom 16. Sep. 2003):

Sehr geehrter Herr oitzinger,
 vielen Dank für Ihre email, die wir gerne zum Thema Kampfsportarten beantworten: Vorab müssen wir grundsätzlich feststellen, dass für uns die Politik die Verpflichtung hat, die Förderung des Sports als gesundheits-, gesellschafts-, wirtschafts- und beschäftigungspolitische Aufgabe wahrzunehmen. Der Sport in all seinen Organisationsformen hat für die Gesundheitsvorsorge, für die Persönlichkeitsentwicklung, die soziale Integration, die nationale bzw. regionale Identifikation sowie für die Entwicklung einschlägiger Wirtschaftsbereiche und des Arbeitsmarktes enorme Bedeutung erlangt. Besonders die 12.000 Vereine sowie die daraus resultierende Zahl von ca. 2,5 Mio. Mitgliedern sind eine wesentliche Säule der von der ÖVP angestrebten Gesellschaft sich selbst organisierender Bürger. Sport wird daher in seiner Eigenständigkeit und Freiheit respektiert. Sport ist somit ein wichtiger Impulsgeber für viele Bereiche der Wirtschaft und desArbeitsmarktes. Wir geben Ihnen aber natürlich vollkommen recht, dass Freefight kein Sport für Minderjährige ist. Jedoch geben wir zu bedenken, dass es im Verantwortungsbereich der Familien liegt, dem Jugendlichen extreme Kampfsportarten und entsprechende Shows zugänglich zu machen oder nicht! Einem Verbot von Kampfsport stehen wir skeptisch gegenüber, da unter diesen Begriff auch Judo, Karate, Tae-Kwon-Do, usw fallen. Mit freundlichen GrüßenÖVP, Korrespondenz_______________________________ÖVP Bundespartei
Lichtenfelsgasse 7, A-1010 Wien


Ich habe mir erlaubt, die interessanten Teile gelb zu markieren, damit man gleich weiß, worum es eigentlich geht - geht es der Wirtschaft ... na eh schon wissen.


Anstatt sich mit unzähligen Kampfsportarten auseinanderzusetzen in denen man analysiert, wie man einen Menschen am besten schädigt, sollte man den gleichen Aufwand mit der Friedensforschung machen,  denn es ist an der Zeit, dass man Gewalt endlich tabuisiert.

Meines Erachtens gibt es bereits ausreichend Gewalt in dieser Welt, man muss sie nicht noch zusätzlich und künstlich erschaffen.


Lambert Oitzinger, den 7. Juli 2013

Samstag, 6. Juli 2013

Und zu Weihnachten ...

Nein, ich bin kein typischer USA-Basher.

Weder zähle ich mich zu den Links- noch zu den Rechtsextremen. Die Linken klagen die USA wegen des Kapitalismus an, die Gründe der paranoiden Rechten will ich gar nicht aufzählen, dazu fehlt mir der Platz und die Geduld.

Über das will ich gar nicht schreiben.

Ehrlich gesagt, war ich stets ein US-Fan, obgleich ich bis dato noch nie dort drüben war.

Das begann schon in meiner Kindheit mit dem Lesen von Wild-West-Comics. Und in den Mittelteilen dieser Comics waren Geschichten über das reale Leben der Menschen in den USA des 19. Jahrhunderts. Und natürlich darf das Fernsehen nicht vergessen werden. „Die Waltons“ beispielsweise. Ich war beeindruckt von diesem Pioniergeist und bin es immer noch, wie eine Weltmacht im Zeitraffer praktisch aus dem Nichts entstehen konnte. Schon als Kind dachte ich bei mir, ob es eines Tages auch möglich sein sollte, dass es so etwas wie Vereinigte Staaten von Europa geben würde.

Unzählige Filme kommen aus den USA. Eigentlich verrückt, ich lebe in Österreich und kenne mehr Filme aus den USA, als aus den Nachbarländern Österreichs zusammen. Ich kenne amerikanische Politiker, kenne aber nicht einmal den Namen des Schweizer Präsidenten. Ich liebe US-Sitcoms und frage mich warum. Die paar wenigen Versuche Sitcoms in Österreich oder Deutschland zu produzieren wurden mehr oder weniger Flops. Ich liebe die Selbstironie und den Humor in den Filmen. Und ich werde wütend, wenn Menschen abfällig über den Mangel von Kultur in den USA reden, weil wir, ja weil wir ja den Mozart hätten. Diese Menschen können selbst nicht einmal ein Musikinstrument spielen und kennen auch kein einziges Stück von Mozart, aber solche Chauvinisten gibt es wohl überall auf der Welt. Wegen der Kultur müssen sich die US-Amerikaner nicht genieren. Unzählige Musikstile kommen aus den US, egal ob Soul, Blues, Jazz oder Rock 'n' Roll ist. Faszinierende Schauspieler und hervorragende Musiker bereichern die Welt mit Genialitäten.

Dann war da noch mein Vater, der damals als Prisoner of War in amerikanische Gefangenschaft kam. Er war im Fort Custer stationiert und schwärmte von seiner Gefangenschaft. Ironie der Geschichte, gerade in einem Fort mit diesem Namen. Er durfte Englisch lernen, den LKW-Führerschein machen und wäre gerne in den USA geblieben. Dann allerdings gäbe es den Verfasser dieser Zeilen nicht.




Und trotz alldem muss ich wohl einige Abstriche machen, auch die USA haben im Laufe ihrer Geschichte nicht immer eine blütenweiße Weste besessen.

Darf ich das nun überhaupt sagen. Ich, der einem Volk entstammt, welches zwei Weltkriege angezettelt hat und kausal für Millionen Menschenleben Verantwortung zeichnet?

Ich darf mich glücklich schätzen, dass ich nicht in die Zeit der zwei Weltkriegen geboren wurde. Mein Großvater beispielsweise musste in zwei Kriegen „dienen“, wenn man das so sagen kann.

Doch, ja, ich denke schon, dass es mir zusteht auch Überlegungen über andere Länder anzustellen, trotz unserer nicht gerade berauschenden Vergangenheit.

Was muss man nun von einem Land halten, das Menschen, die Unrecht aufzeigen, derartig abartig behandelt, ich verweise auf den Wikipedia-Artikel Bradley Manning und zitiere daraus:

 „Im März 2011 wurde über seinen Verteidiger David Coombs bekannt, dass Manning ohne Erklärung seine Kleidung abgenommen worden und er gezwungen worden sei, nachts sieben Stunden lang nackt in seiner Zelle auszuharren. Danach habe er nackt vor seiner Zelle antreten müssen. Die gleiche erniedrigende Form der Behandlung werde bis auf weiteres wiederholt. Brian Villiard, ein Sprecher des Gefängnispersonals, bestätigte den Vorfall unter Berufung auf die Gefängnisregeln. Eine schriftliche Beschwerde Mannings selbst über seine Haftbedingungen wurde sechs Monate später abgelehnt.“

 

Wie perfide ist das denn? Hat das noch irgend etwas mit Menschenrechten, mit Menschenwürde zu tun? Ist das der moderne Strafvollzug eines modernen Staates oder lässt hier eher das Mittelalter grüßen?

 

Dies ist nicht ein schwarzes Relikt aus der Vergangenheit, sondern geschieht JETZT!

 

Ein Mensch, der Folter nicht begeht, sondern aufdeckt, wird nun mit Folter bestraft. Ein Mörder wird mit mehr Menschenwürde respektiert.

 

Seid Ihr, und damit meine ich die politischen Verantwortlichen der USA, geistig noch normal, wenn ihr so etwas zulässt?

 

Ihr geht ja auch liebend gerne mit „christlichen Werten“ hausieren und erwähnt in jedem zweiten Satz „Gott“.

 

Merkt Ihr eigentlich wie Ihr verlogen seid? Seid Ihr davon überzeugt, dass Jesus Christus auch so etwas machen würde?

 

Nein, ich spreche nicht zu den US-Bürgern, denn ich bin überzeugt, dass die Mehrheit der US-Bevölkerung eine solche Tortur ablehnen wird, die eigentlich nur Geisteskranken, Sadisten einfallen kann.

 

Und jetzt Snowden.

Unsere Politiker sind bestürzt oder tun zumindest so und dann … Nichts! Bloß keine Scherereien, bloß keinen Ärger mit den USA, Wirtschaft steht über Menschenrechten.

Ein Mensch, der sein Leben für die Menschenrechte eingesetzt hat, wird kaltblütig vor der Tür stehen gelassen.

Ich bin entsetzt und angewidert von unseren Politikern.

Sowohl von Bundeskanzler Faymann, der die ureigensten Werte der Sozialdemokratie verrät, die eben gerade für Humanismus standen.

Von der ÖVP bin ich es eigentlich gewohnt und wenn eine Mikl-Leitner lapidar den Antrag ablehnt, weil er „formal nicht richtig ist“, fühle ich mich in meinen vermeintlichen Vorurteilen nur bestätigt.

Und ich verweise nochmals auf das Grundsatzprogramm der ÖVP mit der Forderung:


Streicht endlich Eure dämlichen Verweise auf die christlichen Werte aus dem Grundsatzprogramm!

„Wir begründen unsere gesellschaftspolitischen Grundsätze aus dem christlichen Bekenntnis zur Würde des
Menschen. Unser politisches Handeln richtet sich am Einzelnen und dessen Einbindung in die Gemeinschaft
aus. Wir folgen dabei den Prinzipien der Nächstenliebe, der Gerechtigkeit, der Freiheit und der Toleranz. Wir arbeiten für den Frieden und die Erhaltung der Schöpfung.“

Das ist nur mehr lächerlich – das Wasser, das ihr predigt ist schal geworden und wird von niemand mehr ernst genommen, der bis zwei zählen kann.

… und zu Weihnachten werden die Politiker in die Kirche gehen und sich die Herbergssuche zu Gemüte führen.

Donnerstag, 27. Juni 2013

Paradiesischer Strafvollzug

"Strafvollzug ist kein Paradies"
(Standard)

Eine derartige Aussage unmittelbar nach einer Vergewaltigung in der Justizvollzugsanstalt Josefstadt, getätigt von Frau Justizministerin Beatrix Karl grenzt schon an ... an ... mir fällt kein passendes Wort dazu ein ...

Manchmal richten Worte ihre Schöpfer ...

Vielleicht sollte man mal der ÖVP nahelegen, ob sie ihr Grundsatzprogramm nicht doch einmal gründlich überdenkt und nachstehende Passage ganz schnell entfernen sollen:

"1.1 Wer wir sind
1.1.1 Wir sind die christdemokratische Partei
• Wir begründen unsere gesellschaftspolitischen Grundsätze aus dem christlichen Bekenntnis zur Würde des
Menschen. Unser politisches Handeln richtet sich am Einzelnen und dessen Einbindung in die Gemeinschaft
aus. Wir folgen dabei den Prinzipien der Nächstenliebe, der Gerechtigkeit, der Freiheit und der Toleranz. Wir
arbeiten für den Frieden und die Erhaltung der Schöpfung. Wir sind offen für Christen und alle, die sich aus

anderen Gründen zu diesen Werten bekennen. Wir binden uns an keine Konfession oder kirchliche Institution."

(Auszug aus dem Grundsatzprogramm der ÖVP)

Skills?

Wirklich? Wirklich "Skills"

Ich schätze unseren Politikern fehlen die notwendigen Skills sich der deutschen Muttersprache zu bedienen, von wegen Klug.


Sonntag, 23. Juni 2013

Abhörskandal NSA

Abhörskandal NSA

Die VP-Innenministerin Mikl-Leitner hat einen Fragenkatalog an die US-Botschaft geschickt. Dieser darf allerdings nicht veröffentlicht werden, weil es sich um „sensible Fragen“ handelt.

Ich kann mir schon vorstellen, wie die erste Frage lautet:


Kriegen wir die Daten?

(Artikel Presse)

Freitag, 21. Juni 2013

Im Namen der Republik


Im Namen der Republik

Republik Österreich
Oberlandesgericht Wien


19 Bs 491/12p







Das … das würde ja dann bedeuten … wenn, ja wenn sagen wir mal, wenn ich einen Bordellbetreiber mündlich oder schriftlich ankündige sein Etablissement deshalb nicht zu besuchen, weil ich seine Geschäftspraktiken für unethisch halte und dadurch eine Prostituierte ihren Arbeitsplatz verliert, dass ich mich einer Drohung nach § 74 Abs 1 Z 5StGB laut Überlegungen des Oberlandesgerichts Wien strafbar mache.

Und wenn ich Euch die Empfehlung ausspreche, ja Euch meine ich, nicht zu rauchen oder weniger zu saufen und zu fressen, weil dies der Gesundheit zuträglicher wäre, so käme dies einem Boykott-Aufruf  und einer Bedrohung mit der Verletzung am Vermögen der Trafikanten, Schnapsbrenner, Schweinsschnitzelproduzenten gleich. Und Zorro der Zuhälter könnte sich die Rolex und das Goldketterl in die Haare schmieren.

Verdammt, ich wusste gar nicht, was ich für ein kriminelles Subjekt bin … ein regelrechter Bad Boy.

Auf diese Erkenntnis, brauche ich jetzt einen Calvados und ein Packerl Drageekeksi, vielleicht rufe ich noch Lola an.


#Tierschützerprozess #Berufungsurteil #Oberlandesgericht Wien #ÖVP #Jäger #Kleiderbauer #A …

Freitag, 7. Juni 2013

Patriotismus oder Humanismus

Wenn Bradley Manning die Todesstrafe droht, weil er Verbrechen gegen die Menschlichkeit aufzeigte und diese der Öffentlichkeit kundtat, was ist dann mit Firmen wie Facebook, Youtube etc. die persönliche Daten an die NSA verraten?

Droht dann den CEOs dieser Firmen auch die Todesstrafe? Wäre ja nur logisch zu Ende gedacht.

Ja, ich weiß, auch in Österreich gibt es genügend Dodeln, die mit ihrem Patriotismus prahlen, weil sie sonst nichts anderes können, die glauben sie wären etwas besseres und hätten aktiv in der Gestaltung des Landes, der Wälder, der Berge, des Himmels beigetragen, was schon beinahe an Blasphemie grenzt und wiederum erklärt, weshalb die Kirche Stolz und Hochmut zu den Sieben Todsünden zählt, die ja sehr nahe mit dem Patriotismus in seiner üblen Form verwandt sind. – Nein, ich bin nicht religiös, ich erwähne es nur.

Es ist aber auch eine Geschichte von Verlogenheit. In einem Land, in dem Politiker stets auf „Gott“ und christliche Werte verweisen, ist mit der christlichen Nächstenliebe nicht weit her.

Dieses Muster findet man allerdings überall auf der Welt, egal ob es der zeigefingerschwingende Islamist ist, der kein Problem hat Kinder zu töten.

Der „Gott-zitierende“ amerikanische Politiker, der sich von der Waffenlobby aushalten lässt.

Oder der kreuzschwingende österreichsche Populist, der zwecks Wählerstimmen, gegen Ausländer hetzt.


Meine Meinung?

Vergessen wir diese idiotische Idee von Patriotismus und scheinheiligen Politikern und werden zu Humanisten!

Freitag, 3. Mai 2013

Dunkle Seite von Red Bull


Ich tat es schon einmal und mach es wieder.

Ich moralisiere.

Iiiiih! Werden einige denken, Moralisten sind so was von … anno dazumal.

Das Blöde an Moral ist, dass man nicht irgendwo nachschlagen kann und dann den Paragraphen zitieren kann, und das war es dann auch schon. Causa finita.

Das Schöne an Moral ist, dass man nicht irgendwo nachschlagen kann und dann den Paragraphen zitieren kann, und das war es dann auch schon. Von wegen Causa finita.

Nix da, man muss nachdenken, man muss nachdenken, wie man darüber richtig nachdenkt und wie kommt man zu einem Ergebnis, und wenn ja mit welcher Methode.

Der langen Rede … also was steht an?


Ausschlaggebend war eine Dokumentation der ARD über den Getränkekonzern Red Bull, hinterfragt wurde, ob Red Bull zu weit geht, mit seinen Sponsoring von Extrem-Sportarten.

Eines vorweg, ich sah die Doku nicht. Darf ich dann darüber schreiben? Klar, ist ja mein Blog. Außerdem soll es ja Personen geben, die sich darüber auch Gedanken gemacht haben, meine Wenigkeit beispielsweise in meinem Post Ethik, Sport und Geld. (siehe).


Irritiert hat mich bei Red Bull immer,  dass man einen Sportler wie Felix Baumgartner sponsert, obgleich der eigentlich illegale Aktionen unternahm.  Darf man das?

Als im Jahr 2007 bei dem berüchtigten illegalen Gumball-Rennen ein Pensionisten-Ehepaar getötet wurde, suchte ich in Wikipedia nach Informationen über dieses Gumball-Rennen und stieß auf die Sponsoren (Adidas, Alpine, Diesel, eBay, MTV, T-Mobile,Foot Locker und Intel) (Wikipedia). Unter anderem auch Red Bull, ich fragte naiv bei Red Bull nach und verwies auf Wikipedia, man antwortete mir höflich und erklärte, dass dies nicht stimme, am nächsten Tag war der Eintrag gelöscht.

Nun, ich will es mal so glauben.

Der Beweggrund, weshalb ich mich heute wieder diesem Thema widme, ist eigentlich Sekundärliteratur sprich ein Artikel vom 30. April 2013 im Standard der auf die ARD-Dokumentation bezug nahm, mit dem Titel „Wo blieb die dunkle Seite von Red Bull?“

Der Autor Philip Bauer meint unter anderem:

 „Die Dokumentation will uns suggerieren, dass dies moralisch verwerflich sei. Aber warum eigentlich? Wir sprechen von mündigen Sportlern, denen Red Bull die Möglichkeit liefert, ihren Traum zu leben. “

Ich, Lambert Oitzinger, will gar nichts suggerieren (unterschwellig andeuten, heimlich beibringen), ich behaupte knallhart:

Ja, es ist unmoralisch, Menschen zu Handlungen zu verführen, die unter anderem ihr Leben gefährden kann.

Punkt um. Aus.

Das Gegenargument, dass es ja auch andere Bereiche (Ski-Zirkus, Motorsport etc.) gibt, wo dies geschieht, lass ich insofern nicht gelten, da ich natürlich auch jene Bereiche kritisiere. Die italienische Mafia ist nicht plötzlich rein gewaschen, nur weil es auch eine chinesische Mafia gibt.


Ein weiteres Gegenargument, das auf die Reife des Menschen abzielt und weiter ausführt, dass jeder wissen sollte, was er tut, dem kann ich auch nur bedingt zustimmen.



Fiktives Beispiel gefällig? Bitte gerne:

Ich böte (ich glaube, das ist der Konjunktiv von bieten), also ich böte einen jungen Mann (18 Jahre) an, ihm 1.000 Euro zu geben, wenn er von einer zehn Meter hohen Brücke in eine Fluss springt. Es ist seine freie Entscheidung. Moralisch doch in Ordnung, oder? Ich wiederhole es ist ja seine freie Entscheidung.

Freie Entscheidung! Es stehen hinter ihm gerade seine Kumpels mit ein paar hübschen Mädchen, denen er vielleicht imponieren möchte. Noch immer freie Entscheidung?

Er könnte das Geld gut gebrauchen, weil er auf ein Motorrad hinspart. Freie Entscheidung?

In meinem fiktiven Beispiel springt der Mann, schlägt auf einen Felsen auf und ertrinkt. Ich habe nie behauptet, dass ich in diesem Blog für gute Stimmung sorge. Ich überreiche dessen Mutter die 1000 Euro, da er ja seine Vertragsleistung erfüllt hatte und verweise auf den freien Willen und seine Mündigkeit.


Noch ein paar Meter weitergedacht, müsste man dann nicht auch Drogendealer entkriminalisieren? Zumindest, wenn sie ihre Drogen mindestens 18jährigen Mündigen anböten?



Ich befinde mich glücklicherweise nicht in der Lage Politiker zu sein, somit muss ich nicht herumlaufen und jedermann erklären, dass der Wähler, die Wählerin, also das Wahlvolk reif genug sei, die richtigen Entscheidungen zu treffen – ein Kriechen vor dem Wähler, das ist peinlich.

Klar gibt es solche und mit Verlaub, ich zähle mich auch dazu, aber seien wir mal ehrlich und lassen uns unseren Bekanntenkreis vor unserem geistigen Auge zirkulieren: Würden wir wirklich jedermann/jederfrau in unserem weitschichtigen Bekanntenkreis als „reif“ bezeichnen?

Aber ich weiche wieder einmal vom Thema ab … anbei mein blutrot-gestrichelte Antwort an den Standardartikel:




Donnerstag, 2. Mai 2013

In dubio pro Pestizide ...

Aktuell haben wir in Österreich eine Finanzministerin, deren offensichtlich einziges Hobby es ist, Steuerhinterzieher und / oder Personen aus zwielichtigen Milieus, die ihre - mit fragwürdigen Mitteln erworbenen Gelder - möglichst anonym in Österreich verwahren wollen, zu beschützen.

Der Begriff "Schutzheilige" der Steuerhinterzieher schwirrt durch die Medien - nicht zu unrecht, wie ich meine.

Aber vielleicht sind es nicht "nur" Steuerhinterzieher, sondern auch Verbrecher (Menschen-, Drogen-, Waffenhändler; Schutzgelderpresser, etc.)?


Egal, diese Partei schimpft sich immer noch christlich, aber soweit muss man nicht denken, dies könnte ja den Bankstandort Österreich gefährden - da kann man auf von Verbrechern keine Rücksicht nehmen, wir schließen sie aber in unser Abendgebet ein. Täusche ich mich oder sind es justament jene Parteien, die am häufigsten die "christlichen Werte" hervorheben, diese am wenigsten befolgen. Je ostentativer religiös, um so mehr scheinheiliger.

Härte, ja, volle Härte zeigte sie uns noch vor gar nicht allzu langer Zeit, mit den Worten:

"Recht muss Recht bleiben!"

Nun, die damit gemeinten waren zwar keine Drogenbosse oder Mafia-Paten, sondern zwei kleine Mädchen, aber wen kümmerts, solange man Härte gegen Ausländer zeigt und seien es auch nur Kinder, mit solcher Härte lässt es sich bequem im österreichischen braunen Sumpf fischen und man kann den Rechten vielleicht doch die eine oder andere Stimme abluchsen. 

Und jetzt läuft die Frau Minister Fekter durch die Gegend erklärt nach wie vor, wie sehr sie sich für das Bankgeheimnis der kleinen Sparer einsetzt, nur, glaubt ihr keiner mehr. Man weiß, es sind nicht die Interessen der kleinen Sparer, die sie verteidigt, sondern die der Banken.


Und dann, ja dann haben wir noch einen "Umwelt"-Minister Berlakovich, der im Zweifel für Pestizide stimmt, deren Wirkung höchstwahrscheinlich den Tod von vielen Bienenvölkern verursacht.

Höchstwahrscheinlich! "Höchstwahrscheinlich" ist dem Herrn Minister zu wenig, er will noch mehr Studien. Erinnert frappant an die Tabakindustrie, die konnten gar nicht genug Studien haben, und die Manager sind sich heute noch nicht sicher, ob Rauchen wirklich Krebs erregen könnte, privat schon höchstwahrscheinlich, öffentlich noch immer nicht, sonst wäre man ja soetwas wie ein Drogendealer, der Abertausende Menschenleben auf den Gewissen hätte, mit solch einer Schuld am Rücken, lässt es sich schwer leben ... aber ich schweife ab ...

Nein, nichts genaues weiß man nicht, aber als gelernter Österreicher denkt man  automatisch an den Herrn Strasser, der ganz selbstbewusst, ein paar 100.000 Euro pro Leistung verlangte. Leistung also im Sinne von "Handerlheben" für dieses oder jenes Gesetz, egal welches, hauptsache die 100.000 flossen.


Nun der Methoden gibt es viele um an "Spendengelder" heranzukommen. Da kann es schon mal vorkommen, dass in einer Parteizeitung, die nicht einmal die Partei-Mitglieder selbst lesen, Inserate vorkommen, die rein marketingtechnisch Schwachsinn sind, aber es geht ja bei einer Werbeannonce nicht immer um Werbung, sondern um ... nennen wir es um Unterstützung in der stillen Hoffnung, dass man dafür auch einmal einen Gefallen  tut ...


Eines kann man den beiden Politikern nicht vorwerfen, Populismus. Aber auch unpopulistische Entscheidungen können manchmal falsch sein, und dann sind sie doppelt falsch.


Ich frage mich, welchen Eindruck diese Welt von uns Österreichern hat, die wir mit solchen Politikern bestraft wurden.


Dienstag, 30. April 2013

Tiroler Landtagswahl 2013


Seltsam ist es schon, da regiert eine Partei in diesem Land Tirol seit Jahrzehnten und gerade in der letzten Zeit werden Skandale dieser Partei nach und nach aufgedeckt, unter anderem durch enormes Engagement des ausgesprochen mutigen Publizisten Markus Wilhelm, der diese Skandale auf seinem Blog dietiwag.org veröffentlicht und was ist die Konsequenz?

Keine schwindligen Cross-Border-Geschäfte der TIWAG, keine fragwürdigen Jagdeinladungen, kein Versagen der Landesbank, ja nicht einmal erbärmlich peinliche Landtagsreden von Abgeordneten dieser Partei vermögen es, diese Partei zu erschüttern.

Wehe es wäre eine andere Partei gewesen, die sich derart viel Schuld aufgeladen hätte, Hohn, Häme und Spott lägen an der Tagesordnung.


Ein kaum merkbarer Kratzer, das war alles, dafür wurde der Koalitionspartner abgestraft – und als „Ministrant“, als „Steigbügelhalter“ beschimpft. Egal für welchen Koalitionspartner sich die ÖVP dermal entscheidet, es wird jedem so ergehen und ihm die Aufgabe des Sündenbocks zugteilt werden.

Warum ist es so, wie es ist?

Ich weiß es nicht, ich ahne nur.

Unterhält man sich mit offensichtlich ÖVP-affinen Personen, so stellt man fest, dass Kritik an der eigenen Partei unangebracht ist. Selbst der Hinweis auf Skandale werden abgetan, man will nichts von dem wissen.


In Tirol herrscht ein Familienkult und was der Vater und die Mutter, Großvater, Großmutter gewählt haben, wählt auch das Kind. Die ÖVP ist nicht irgend eine Partei mit politischen Hintergrund, sondern ein Kult, eine Religion, ein Dogma, eine sizilianische Familie, die man nicht verrät  - vergleichbar mit einem Fußballverein. Man jubelt, wenn er gewinnt, der Rest, der Inhalt ist egal. Jede Form von Kritik ist Blasphemie.

Anderswähler sind Ausgestoßene, Unberührbare, Exoten und manchmal auch, wie ich dies selbst in natura vernehmen musste „Schweine“ oder „Focken“ (=Ferkel).

Dieser Umstand gewährt der ÖVP Narrenfreiheit, die Stammwähler - und das sind viele - werden stets ihr treu bleiben, unabhängig was sie sonst noch "anstellt".

Die Koalitionspartei agiert als Sündenbock, der für die Vergehen ihres Partners einzustehen hat und diesen somit reinwäscht.

Somit wäre eigentlich jeder Partei abzuraten, sich mit einer Koalition mit der ÖVP einzulassen – man wird nur verlieren. Einerseits.


Andererseits der Umstand, dass eine Partei derart lang an der Macht steht, ist demokratiepolitisch äußerst bedenklich.

Es werden Netzwerke und Seilschaften gebildet, die für das demokratische Verständnis nicht gesund sein können. Seilschaften in die man keinen Einblick hat und gegen die man nur mehr sehr schwer ankommt, und irgendwann gehören ihnen die Medien – das war es dann.

Vielleicht hat hier der Koalitionspartner die bessere Möglichkeit seinem Partner auf die Finger zu schauen. Obendrein würde man verweigernden Parteien vorwerfen, dass sie keine Regierungsverantwortung übernehmen möchten.

Als Dank dafür, gibt es das nächste Mal Stimmenverlust – wie man es macht – es wird immer falsch sein –

- die Erbsünde lässt grüßen.


30 / 04 / 2013



Einen hab’ ich noch.

Den Faktor, der eventuell auch eine Ursache des oben genannten Umstandes sein könnte, nämlich den des Opportunismus, welchen ich übersah.

Er fiel mir ein, als ich mich an eine ÖVP-Wählerin erinnerte, die mir freudestrahlend erklärte, „mir (=wir) haben gewonnen“. Das wäre ja nicht so ungewöhnlich, interessant aber ist, dass diese Dame sich eigentlich gar nicht für Politik interessiert – in keiner Weise – überhaupt nicht, bis auf das:  „mir haben gewonnen.

Dies ließ in mir den leisen Verdacht keimen, dass manche deshalb schwarz wählten und weiterhin wählen werden, weil sie nicht verlieren und sich zu den Siegern zählen möchten – vergleichbar mit kleinen Kindern, die den Tyrannosaurus Rex präferieren – weil dieser alle anderen auffrisst … oder so. 

Vielleicht fallen mir noch ein paar Beweggründe ein, die dieses Phänomen erklären könnten.

01 / 05 / 2013